Psychologie: Gedächtnis
8.1 How Memory Functions
Wie das Gedächtnis funktioniert
Das Gedächtnis (memory) ist ein informationsverarbeitendes System, das Informationen kodiert (encoding), speichert (storage) und abruft (retrieval).
Die Kodierung kann automatisch (automatic processing) oder anstrengend (effortful processing) erfolgen:
- Automatische Verarbeitung: Unbewusste Kodierung von Details wie Zeit, Ort, Häufigkeit oder Wortbedeutungen (z. B. Erinnerung an das Mittagessen).
- Anstrengende Verarbeitung: Bewusste, aufwendige Kodierung von Lerninhalten (z. B. Prüfungsstoff).
Es gibt drei Hauptformen der Kodierung:
- Semantische Kodierung (semantic encoding): Kodierung von Wortbedeutungen. Führt zu besserer Erinnerung als visuelle oder akustische Kodierung.
- Visuelle Kodierung (visual encoding): Kodierung von Bildern (z. B. konkrete Wörter wie Auto oder Hund).
- Akustische Kodierung (acoustic encoding): Kodierung von Klängen oder Reimen (z. B. Liedtexte oder Merksätze wie „30 Tage hat September“).
Die semantische Kodierung ist besonders effektiv, weil sie eine tiefere Verarbeitung (levels of processing) ermöglicht. Der Selbstbezugseffekt (self-reference effect) verstärkt dies: Informationen mit Bezug zur eigenen Person werden besser erinnert.
Storage
Speicherung (storage) bezeichnet den Prozess, bei dem Informationen aus dem sensorischen Gedächtnis (sensory memory) in das Arbeitsgedächtnis (short-term memory, STM) und schließlich in das Langzeitgedächtnis (long-term memory, LTM) überführt werden, um dort dauerhaft abgelegt zu werden.
Das Atkinson-Shiffrin-Modell (1968) beschreibt drei aufeinanderfolgende Speicherstufen:
- Sensorisches Gedächtnis: Speichert Sinneseindrücke (z. B. Bilder, Geräusche) für maximal einige Sekunden. Nur relevante Informationen gelangen ins Arbeitsgedächtnis.
- Arbeitsgedächtnis (STM): Beherbergt etwa 7 ± 2 Informationseinheiten (Miller, 1956) für 15–30 Sekunden. Informationen werden hier aktiv verarbeitet oder durch Wiederholung (rehearsal) ins Langzeitgedächtnis übertragen.
- Langzeitgedächtnis (LTM): Besitzt eine praktisch unbegrenzte Kapazität und speichert Informationen dauerhaft. Die Konsolidierung erfolgt auf synaptischer Ebene (Stunden) und systemischer Ebene (Wochen bis Jahre).
Das Arbeitsgedächtnis nach Baddeley und Hitch (1974) umfasst drei Subsysteme:
- Visuell-räumlicher Notizblock (visuospatial sketchpad): Verarbeitet visuelle und räumliche Informationen.
- Phonologische Schleife (phonological loop): Speichert sprachliche Informationen.
- Episodischer Puffer (episodic buffer): Integriert Informationen aus verschiedenen Quellen.
Ein zentraler Exekutivprozess (central executive) steuert den Informationsfluss zwischen den Subsystemen und entscheidet über die Weiterleitung ins Langzeitgedächtnis.
Vergleich der Gedächtnismodelle: Atkinson-Shiffrin vs. Baddeley/Hitch
| Atkinson-Shiffrin-Modell (1968) | Arbeitsgedächtnismodell (Baddeley & Hitch, 1974) | |
|---|---|---|
| Struktur | Drei lineare Speicherstufen (sensorisch → STM → LTM) | Drei Subsysteme im Arbeitsgedächtnis + zentraler Exekutivprozess |
| Funktion des STM | Temporäre Speicherung für 15–30 Sekunden | Aktive Verarbeitung durch Subsysteme (visuell, phonologisch, episodisch) |
| Rolle der Wiederholung | Übertragung ins LTM durch Wiederholung | Wiederholung unterstützt die Integration ins LTM |
| Feedbackschleifen | Keine Rückkopplung zwischen STM und LTM | Mögliche Rückkopplung zwischen STM und LTM (Baddeley & Hitch) |
Die Wiederholung (rehearsal) ist entscheidend für die Übertragung von Informationen aus dem Arbeitsgedächtnis ins Langzeitgedächtnis. Man unterscheidet:
- Einfache Wiederholung (maintenance rehearsal): Wiederholtes Aufrufen von Informationen (z. B. Auswendiglernen von Telefonnummern).
- Elaborative Wiederholung (elaborative rehearsal): Verknüpfung neuer Informationen mit bereits vorhandenem Wissen, um die Behaltensleistung zu erhöhen (z. B. Assoziation einer Telefonnummer mit einer bekannten Postleitzahl).
Die Tiefenverarbeitung (levels of processing, Craik & Lockhart, 1972) besagt, dass Informationen umso besser im Langzeitgedächtnis gespeichert werden, je tiefer sie verarbeitet werden. Dies kann durch persönliche Bezugnahme (Selbstbezugseffekt, self-reference effect) verstärkt werden, indem man Informationen mit der eigenen Person verknüpft.
Long-term Memory
Langzeitgedächtnis: Organisation und Systeme
Das Langzeitgedächtnis (long-term memory, LTM) ist in semantische Netzwerke organisiert, die Konzepte hierarchisch und assoziativ verknüpfen. Diese Netzwerke bestehen aus Kategorien, Ideen oder Erinnerungen, die durch häufige gemeinsame Aktivierung stärker verknüpft werden. Die Aktivierung eines Konzepts breitet sich auf verknüpfte Konzepte aus (spreading activation), was das Abrufen erleichtert.
Es gibt zwei Haupttypen des Langzeitgedächtnisses: explizites (explicit memory) und implizites Gedächtnis (implicit memory).
Unterteilung des Langzeitgedächtnisses in explizite und implizite Gedächtnissysteme.
| Gedächtnistyp | Beschreibung | Beispiele |
|---|---|---|
| Explizites Gedächtnis | Bewusst abrufbare Erinnerungen, die in Worte gefasst werden können (declarative memory). | Faktenwissen (z. B. Hauptstadt der USA), persönliche Erlebnisse (z. B. letzter Geburtstag) |
| Episodisches Gedächtnis | Teil des expliziten Gedächtnisses: Erinnerungen an persönliche Ereignisse mit Zeit-, Orts- und Kontextbezug. | Erinnerung an das letzte Mittagessen, Kleidung vor fünf Jahren |
| Semantisches Gedächtnis | Teil des expliziten Gedächtnisses: Sprachliches und konzeptuelles Wissen ohne persönlichen Bezug. | Definition von Psychologie, Name des ersten afroamerikanischen US-Präsidenten |
| Implizites Gedächtnis | Nicht bewusst abrufbare Erinnerungen, die Verhalten oder Kognitionen beeinflussen. | Fahrradfahren, emotionale Reaktionen auf Gerüche |
| Prozedurales Gedächtnis | Teil des impliziten Gedächtnisses: Fertigkeiten und automatisierte Handlungen. | Zähneputzen, Autofahren |
| Priming | Teil des impliziten Gedächtnisses: Voraktivierung von Konzepten durch vorherige Reize, die spätere Reaktionen erleichtert. | Schnellere Erkennung des Wortes "Teller" nach dem Lesen von "Picknick" |
| Emotionale Konditionierung | Teil des impliziten Gedächtnisses: Klassisch konditionierte emotionale Reaktionen auf Reize. | Nostalgie durch einen bestimmten Geruch, emotionale Reaktion auf ein Lied |
Das episodische Gedächtnis speichert persönliche Erlebnisse als narrative Erinnerungen (autobiografisches Gedächtnis). Es ist anfällig für Verzerrungen und wird durch neue Informationen rekonstruiert. Das semantische Gedächtnis hingegen speichert allgemeines Faktenwissen und Konzepte, das unabhängig von persönlichen Erfahrungen ist.
Das implizite Gedächtnis umfasst prozedurale Erinnerungen (Fertigkeiten), Priming (Reaktionsbeschleunigung durch Voraktivierung) und emotionale Konditionierung (automatische emotionale Reaktionen). Diese Erinnerungen sind schwer in Worte zu fassen, aber sie steuern Verhalten und Kognitionen unbewusst.
Die Amigdala, der Hippocampus, der Kleinhirn (cerebellum) und der präfrontale Cortex spielen zentrale Rollen bei der Speicherung und dem Abruf von Langzeiterinnerungen. Der Hippocampus ist besonders wichtig für die Konsolidierung neuer Erinnerungen, während die Amygdala emotionale Erinnerungen verstärkt.
8.2 Parts of the Brain Involved with Memory
Teile des Gehirns, die an der Gedächtnisbildung beteiligt sind
Gedächtnisinhalte werden nicht in einem einzigen Bereich des Gehirns gespeichert, sondern in verschiedenen Strukturen. Die wichtigsten beteiligten Hirnareale sind die Amygdala, der Hippocampus, das Cerebellum und der präfrontale Cortex. Jede dieser Strukturen übernimmt spezifische Funktionen bei der Verarbeitung und Speicherung unterschiedlicher Gedächtnistypen.
Funktionen der wichtigsten Gedächtnisstrukturen im Gehirn
| Hirnstruktur | Hauptfunktion(en) | Beispiel |
|---|---|---|
| Amygdala | Regulierung von Emotionen, insbesondere Angst; beeinflusst die Speicherung emotionaler Erinnerungen | Bildung einer Angsterinnerung bei Ratten durch klassische Konditionierung |
| Hippocampus | Verarbeitung neuer expliziter (deklarativer) Erinnerungen, räumliche und Wiedererkennungsspeicher; Konsolidierung von Gedächtnisinhalten | Patient H. M. verlor die Fähigkeit, neue semantische Informationen zu bilden, behielt aber alte Erinnerungen |
| Cerebellum | Verarbeitung prozeduraler (motorischer) Erinnerungen | Erlernen einer konditionierten Augenblinzelreaktion bei Kaninchen |
| Präfrontaler Cortex | Beteiligung an semantischen Aufgaben und der Gedächtnisabfrage; Kodierung und Abruf von Informationen | Bessere Erinnerungsleistung bei semantischen Aufgaben im Vergleich zu perzeptuellen Aufgaben |
Neben den Hirnstrukturen spielen auch Neurotransmitter eine zentrale Rolle bei der Gedächtnisbildung. Zu den wichtigsten Botenstoffen zählen Epinephrin, Dopamin, Serotonin, Glutamat und Acetylcholin. Ihre genaue Funktion ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch ist bekannt, dass die Kommunikation zwischen Neuronen über Neurotransmitter entscheidend für die Entstehung neuer Erinnerungen ist. Wiederholte neuronale Aktivität führt zu einer erhöhten Ausschüttung von Neurotransmittern an den Synapsen und damit zu effizienteren synaptischen Verbindungen – ein zentraler Mechanismus der Gedächtniskonsolidierung.
Emotionen beeinflussen die Gedächtnisbildung maßgeblich. Nach der Arousal-Theorie führen starke emotionale Erlebnisse zu intensiveren Erinnerungen, während schwächere Emotionen schwächere Erinnerungen hervorrufen. Stress löst die Ausschüttung von Neurotransmittern wie Glutamat aus, was die Speicherung des stressauslösenden Ereignisses verstärkt. Dies erklärt das Phänomen der Blitzlicht-Erinnerung (flashbulb memory): eine besonders klare und detaillierte Erinnerung an bedeutende Ereignisse, die starke emotionale Assoziationen auslösen.
Vergleich: Arten von Amnesie
| anterograde Amnesie | retrograde Amnesie | |
|---|---|---|
| Definition | Unfähigkeit, neue Informationen nach einer Hirnschädigung zu speichern (z. B. nach Hippocampus-Schäden) | Verlust von Erinnerungen aus der Zeit vor einer Hirnschädigung (z. B. durch Trauma) |
| Betroffenes Gedächtnis | Langzeitgedächtnis für neue Inhalte | Langzeitgedächtnis für vergangene Ereignisse |
| Typische Ursache | Hippocampus-Schäden | Gehirnerschütterung oder andere Hirntraumata |
| Beispiel | Patient H. M. konnte keine neuen semantischen Informationen bilden | Ein Patient erinnert sich nicht an Ereignisse vor einem Unfall |
Inaccurate and False Memories
Erinnerung ist kein präzises Abbild der Realität. Selbst flashbulb memories (blitzlichtartige Erinnerungen) können ungenau sein. Verschiedene Elemente einer Erinnerung – etwa Zeitangaben, visuelle Details oder Gerüche – werden in unterschiedlichen Hirnregionen gespeichert. Beim Erinnern müssen diese Komponenten erst wieder zusammengefügt werden (memory reconstruction). Jeder dieser Schritte birgt das Risiko von Fehlern.
Eine false memory (falsche Erinnerung) entsteht, wenn etwas erinnert wird, das nie stattfand. In Experimenten erinnerten sich Probanden fälschlich an Wörter, die sie nie gehört hatten (Roediger & McDermott, 2000).
8.3 Problems with Memory
Probleme mit dem Gedächtnis
Vergessen und Gedächtnisverzerrungen entstehen durch Trauma, Speicherungsfehler und Abrufstörungen. Sie werden systematisch durch Verzerrungen wie Suggestibilität, Bias und Persistenz verstärkt.
Arten der Amnesie und ihre Merkmale
| anterograde Amnesie | retrograde Amnesie | |
|---|---|---|
| Definition | Verlust der Fähigkeit, neue Informationen zu speichern (betrifft Hippocampus). | Verlust von Erinnerungen an Ereignisse vor einem Trauma. |
| Ursache | Hirntrauma (z. B. Schlag auf den Kopf). | Kopfverletzung, z. B. durch Unfall. |
| Beispiel | Neue Telefonnummer wird sofort vergessen, alte bleibt erhalten. | Lebensgeschichte vor dem Unfall ist nicht mehr abrufbar (z. B. Familie nicht erkannt). |
Gedächtnisinhalte werden bei der Rekonstruktion durch neue Informationen verzerrt. Dies führt zu falschen Erinnerungen (false memory syndrome), besonders bei autobiografischen Erinnerungen ohne unabhängige Zeugen.
Drei Hauptkategorien von Gedächtnisverzerrungen:
- Suggestibilität: Externe Fehlinformationen (z. B. suggestive Fragen von Polizisten) führen zu falschen Erinnerungen.
- Bias: Vorurteile und persönliche Sichtweisen verzerren Erinnerungen (z. B. egozentrischer Bias, stereotypischer Bias, Hindsight-Bias).
- Persistenz: Ungewolltes, wiederholtes Erinnern traumatischer oder belastender Ereignisse.
Vergessen entsteht durch:
- Transienz: Unbenutzte Erinnerungen verblassen mit der Zeit (Ebbinghaus’ Vergessenskurve: 50 % Verlust nach 20 Minuten, 70 % nach 24 Stunden).
- Absentmindedness: Lücken durch Unaufmerksamkeit (z. B. vergessene PIN-Nummern).
- Blocking: Informationen sind gespeichert, aber nicht abrufbar („Tip-of-the-Tongue“-Phänomen).
- Interferenz:
- Proaktive Interferenz: Alte Informationen behindern den Abruf neuer (z. B. alte E-Mail-Adresse wird statt neuer genannt).
- Retroaktive Interferenz: Neue Informationen behindern den Abruf alter (z. B. Lernen von Eriksons Theorie verdrängt Ebbinghaus’ Vergessenskurve).
Fehlattribution (misattribution) tritt auf, wenn die Quelle einer Erinnerung falsch zugeordnet wird (z. B. Erinnerung an ein Hobbit-Film-Datum mit der falschen Begleitperson verknüpft).
8.4 Ways to Enhance Memory
Strategien zur Gedächtnisverbesserung
Gedächtnisleistungen lassen sich durch gezielte Strategien gezielt verbessern. Dazu gehören:
-
Chunking: Informationen werden in kleinere, handhabbare Einheiten unterteilt. Beispiel: Eine Telefonnummer wie 5205550467 wird als 520-555-0467 gespeichert und so leichter gemerkt.
-
Mnemotechniken (mnemonic devices): Gedächtnishilfen, die Informationen durch Strukturierung oder Eselsbrücken besser einprägsam machen. Beispiele:
- Akronyme: HOMES für die fünf Großen Seen (Huron, Ontario, Michigan, Erie, Superior).
- Akrostichons: "Please Excuse My Dear Aunt Sally" für die Reihenfolge mathematischer Operationen (Parentheses, Exponents, Multiplication, Division, Addition, Subtraction).
- Reime/Jingles: z. B. "i before e, except after c".
-
Elaboratives Wiederholen: Tiefe Verarbeitung von Informationen durch Verknüpfung mit bereits bekanntem Wissen oder persönlichen Bezügen (z. B. self-reference effect).
-
Verteilte Wiederholung: Lernen über einen längeren Zeitraum in kurzen Einheiten statt in einer einzigen, langen Lernsession (cramming).
Weitere wirksame Methoden zur Gedächtnisstützung umfassen:
- Expressive Schreibübungen: Kurzes Aufschreiben traumatischer Erlebnisse kann die kurzfristige Gedächtniskapazität steigern (Yogo & Fujihara, 2008).
- Lautes Wiederholen: Das Aussprechen oder sogar nur stille Artikulieren von Informationen (z. B. Einkaufslisten) erhöht die Merkfähigkeit um über 10 % (MacLeod et al., 2010).
- Körperliche Aktivität: Regelmäßiger aerobischer Sport fördert die Neurogenese (Bildung neuer Nervenzellen) im Hippocampus, einem für Lernen und Gedächtnis zentralem Hirnareal (van Praag, 2008).
- Ausreichender Schlaf: Während des Schlafs werden Informationen im Gehirn organisiert und in das Langzeitgedächtnis überführt (Abel & Bäuml, 2013).
Vergleich von Gedächtnisstrategien nach Wirksamkeit und Anwendungsbereich
| Chunking | Mnemotechniken | Elaboratives Wiederholen | Verteilte Wiederholung | Expressive Schreibübungen | Lautes Wiederholen | Körperliche Aktivität | Ausreichender Schlaf | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ziel | Strukturierung von Informationen | Eselsbrücken für komplexe Inhalte | Tiefe Verarbeitung durch Verknüpfungen | Vermeidung von Überlastung durch zeitliche Verteilung | Emotionale Verarbeitung zur Steigerung der Merkfähigkeit | Erhöhung der Einprägsamkeit durch sensorische Verstärkung | Förderung der Hirnplastizität | Konsolidierung von Gedächtnisinhalten |
| Beispiel | Telefonnummer: 5205550467 → 520-555-0467 | HOMES für die Großen Seen | Verknüpfung des Hippocampus mit einem "gedächtnisstarken Nilpferd" | Lernen über Wochen statt in einer Nacht | Schreiben über traumatische Erlebnisse | Aussprechen von Einkaufslisten | Regelmäßiges Joggen | 7–9 Stunden Schlaf pro Nacht |
| Wissenschaftliche Grundlage | Bodie et al., 2006 | Bellezza, 1981 | Craik & Lockhart, 1972 | van Praag, 2008 | Abel & Bäuml, 2013 |
Begriffe
- memory
- Memory is the set of processes used to encode, store, and retrieve information over different periods of time.
- encoding
- Encoding is the input of information into the memory system; storage is the retention of the encoded information; retrieval is getting information out of memory and back into awareness.
- automatic processing
- Automatic processing is the encoding of details like time, space, frequency, and the meaning of words, usually without conscious awareness.
- effortful processing
- Effortful processing is the encoding of information that requires work and attention.
- semantic encoding
- Semantic encoding is the encoding of words and their meaning.
- visual encoding
- Visual encoding is the encoding of images, and acoustic encoding is the encoding of sounds, especially words.
- self-reference effect
- The self-reference effect is the tendency to remember information better when it relates to oneself than when it has less personal relevance.
- storage
- Speicherung bezeichnet die Erstellung eines dauerhaften Erinnerungsabdrucks von Informationen im Gehirn.
- Atkinson-Shiffrin model
- Das Atkinson-Shiffrin-Modell beschreibt drei aufeinanderfolgende Gedächtnissysteme (sensorisches Gedächtnis, Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis), durch die Informationen verarbeitet werden, um schließlich dauerhaft gespeichert zu werden.
- sensory memory
- Das sensorische Gedächtnis ist ein kurzfristiger Speicher für Sinneseindrücke wie Bilder, Geräusche oder Gerüche, der nur wenige Sekunden andauert.
- short-term memory (STM)
- Das Kurzzeitgedächtnis (auch Arbeitsgedächtnis) ist ein temporäres Speichersystem, das Informationen für etwa 15 bis 30 Sekunden verarbeitet und entweder ins Langzeitgedächtnis überführt oder verwirft.
- rehearsal
- Wiederholung (Rehearsal) bezeichnet den Prozess, bei dem Informationen durch aktives Wiederholen oder Verknüpfen mit bestehendem Wissen ins Langzeitgedächtnis überführt werden.
- levels of processing
- Die Tiefenverarbeitungshypothese besagt, dass Informationen umso besser im Langzeitgedächtnis gespeichert werden, je tiefer und bedeutungsvoller sie verarbeitet werden.
- long-term memory (LTM)
- Das Langzeitgedächtnis ist das dauerhafte Speichersystem des Gehirns mit praktisch unbegrenzter Kapazität, in dem Informationen über lange Zeiträume hinweg abgelegt werden.
- spreading activation
- Gedächtnisinhalte sind in semantischen Netzwerken als Konzepte organisiert. Spreading activation bedeutet, dass die Aktivierung eines Konzepts (z. B. "Erdnussbutter") damit verknüpfte Konzepte (z. B. "Gelee") zu einem geringeren Grad mitaktiviert.
- explicit memory
- Explizites Gedächtnis umfasst Erinnerungen, die bewusst abgerufen und in Worte gefasst werden können. Es wird auch deklaratives Gedächtnis genannt und unterteilt sich in episodisches und semantisches Gedächtnis.
- episodic memory
- Episodisches Gedächtnis speichert Erinnerungen an persönlich erlebte Ereignisse, z. B. dein letzter Geburtstag. Diese Erinnerungen sind oft als Geschichten strukturiert und enthalten Details zu was, wo und wann etwas passiert ist.
- semantic memory
- Semantisches Gedächtnis umfasst Faktenwissen und sprachbasiertes Wissen, z. B. die Definition von Psychologie oder historische Fakten. Es ist nicht an ein bestimmtes Ereignis gebunden.
- implicit memory
- Implizites Gedächtnis umfasst Erinnerungen, die unser Verhalten oder unsere Leistung beeinflussen, ohne dass wir sie bewusst abrufen können. Dazu gehören prozedurales Gedächtnis, Priming und emotionale Konditionierung.
- procedural memory
- Prozedurales Gedächtnis speichert Erinnerungen an Fähigkeiten und Abläufe, z. B. wie man Fahrrad fährt oder die Zähne putzt. Diese Erinnerungen sind oft schwer in Worte zu fassen, obwohl wir sie perfekt ausführen können.
- priming
- Priming ist ein Prozess, bei dem die Wahrnehmung eines Reizes (z. B. eines Wortes oder Bildes) die Reaktion auf einen späteren Reiz beeinflusst. Ein Beispiel ist das schnellere Erkennen des Wortes "Teller", nachdem man über ein Picknick gelesen hat.
- hyperthymesia
- Hyperthymesie ist eine seltene Fähigkeit, bei der Menschen sich an einen ungewöhnlich großen Teil ihrer persönlichen Erlebnisse mit erstaunlicher Detailgenauigkeit erinnern können — fast so, als hätten sie ein "autobiografisches Tagebuch" im Kopf.
- retrieval
- Retrieval (Abruf) ist der Prozess, bei dem Informationen aus dem Langzeitgedächtnis ins Bewusstsein geholt werden. Es gibt drei Hauptformen: Recall (ohne Hinweise), Recognition (mit Hinweisen) und Relearning (Wiedererlernen).
- recall
- Recall (freier Abruf) bedeutet, dass man Informationen ohne äußere Hinweise aus dem Gedächtnis abrufen kann, z. B. bei einer mündlichen Prüfung oder einem Aufsatz.
- engram
- Das Engramm ist die physische Spur einer Erinnerung im Gehirn. Die Äquipotenzialitätshypothese besagt, dass beschädigte Bereiche einer hirnregion, die an der Gedächtnisbildung beteiligt ist, durch andere Teile derselben Region ersetzt werden können.
- amygdala
- Die Amygdala reguliert Emotionen wie Angst und Aggression, hilft bei der Speicherung emotionaler Erinnerungen und unterstützt die Gedächtniskonsolidierung.
- hippocampus
- Der Hippocampus ist an der Bildung neuer expliziter (deklarativer) Erinnerungen beteiligt, projiziert Informationen in kortikale Areale und spielt eine Rolle bei der räumlichen Orientierung und der Gedächtniskonsolidierung.
- cerebellum
- Das Cerebellum verarbeitet prozedurale Erinnerungen, also motorische Fähigkeiten und automatisierte Bewegungsabläufe wie das Spielen eines Instruments.
- prefrontal cortex
- Der präfrontale Cortex unterstützt semantische Aufgaben, die Kodierung und den Abruf von Informationen. Semantische Kodierung ist mit der linken, der Abruf mit der rechten Hemisphäre verbunden.
- arousal theory
- Die Arousal-Theorie besagt, dass starke Emotionen die Bildung besonders stabiler Erinnerungen fördern, während schwache emotionale Erlebnisse zu weniger dauerhaften Erinnerungen führen.
- flashbulb memory
- Ein Flashbulb-Memory ist eine besonders klare und detaillierte Erinnerung an ein emotional hoch aufgeladenes Ereignis.
- memory reconstruction
- Memory reconstruction means that remembered events are rebuilt from components and can be altered, and false memory is remembering something that did not happen.
- amnesia
- Amnesia is the loss of long-term memory caused by disease, physical trauma, or psychological trauma.
- anterograde amnesia
- Anterograde amnesia is the inability to remember new information after brain trauma, while retrograde amnesia is loss of memory for events that occurred before the trauma.
- retrograde amnesia
- Retrograde amnesia is loss of memory for events that occurred prior to the trauma.
- construction
- Construction is the formulation of new memories, and reconstruction is the process of bringing up old memories.
- suggestibility
- Suggestibility is the effect of misinformation from external sources that leads to false memories.
- misinformation effect paradigm
- The misinformation effect paradigm holds that after exposure to additional and possibly inaccurate information, a person may misremember the original event.
- false memory syndrome
- False memory syndrome is the recall of false autobiographical memories.
- bias
- Bias distorts memory according to current beliefs and includes stereotypical bias, egocentric bias, and hindsight bias.
- persistence
- Persistence is the involuntary recall of unwanted, often unpleasant memories that interfere with concentration.
- forgetting
- Forgetting is the loss of information from long-term memory.
- encoding failure
- Encoding failure happens when something is never stored in memory in the first place.
- transience
- Transience means that memories fade over time because unused information decays in storage.
- absentmindedness
- Absentmindedness is memory failure caused by lapses in attention or by a focus on something else.
- blocking
- Blocking is the inability to access stored information, often experienced as the tip-of-the-tongue phenomenon.
- misattribution
- Misattribution is confusing the source of information.
- interference
- Interference is a retrieval problem in which stored information is inaccessible; proactive interference occurs when old information hinders new learning, and retroactive interference occurs when new information hinders recall of older information.
- chunking
- Chunking is organizing information into manageable bits or chunks.
- mnemonic device
- Mnemonic devices are memory aids that help organize information for encoding, especially for large sets or ordered information.
- neurogenesis
- Neurogenesis is the growth of new brain cells in the hippocampus, promoted by regular aerobic exercise and beneficial for memory.